Wir erarbeiten ein erstes Konzept

Wir setzten uns also zusammen und erarbeiteten ein Konzept für den Erhalt der Fabrik und die Nutzung als Kunstquartier.

Bestand:

Wir haben in St. Johannis seit ca. Anfang der 80er Jahre einen Hesperiden Garten, der dann sukzessive nach Osten erweitert wurde. Inzwischen sind es 3 parallel laufende, unterschiedlich gestaltete Parzellen. Der erste ist einem Barockgarten nachempfunden (also Zierbuchshecken, Kieswege mit Skulpturen und Brunnen). Der zweite Teil ist gestaltet mit Obstbäumen auf Rasenflächen und einigen Kletterrosenbögen und einer Sonnenuhr, die auf Winterzeit ausgerichtet ist.

Der dritte Teil präsentiert Heil- und Gewürzkräuter, deren Beete mit Lavatuff bedeckt.

Ein großes Problem dabei ist, dass all diese drei Gärten vom 1. November bis zum 31. März geschlossen sind.

Außerdem ist die biologische Vielfalt dort minimal.

Jetzt soll aber noch ein vierter derartiger Garten entstehen, und zwar auf dem Gelände der ehemaligen Pinselfabrik Leonhardy.

Wir sind sehr froh, dass die Stadt dieses Gebäude erworben hat und das Traditionsanwesen somit nicht in die Hände eines privaten Investors geraten ist.

Das alte Fabrikgebäude, das laut Hausmeister der Firma größtenteils 1901 errichtet wurde, und im Laufe der Zeit mehrmals umgebaut wurde, steht noch komplett. Wegen dieser Umbauten fällt es aus dem Denkmalschutz heraus und kann deshalb ohne Probleme umgebaut werden.

Die Westfassade dieses Hauses aus Backstein ist mit Efeu und wildem Wein bewachsen, bietet vielen Vögeln Brutmöglichkeiten wahrscheinlich auch Mauerseglern deren Brutplätze am Klinikum weggefallen sind .

Bis vor kurzem wurde das Anwesen noch von der Firma Leonhardy – Vereinigte Pinselfabriken als Betriebsstätte genutzt.

Es ist also keine verfallene Ruine! Lt. Hr. Göß (bis zum Umzug der Firma Hausverwalter )ist das Haus voll erschlossen Wasser, Gas ,Strom, das Dach ist auch in Ordnung.

Man hat aber vor, dieses Gebäude einzureißen und noch einen künstlichen Park anzulegen.

Die Frage stellt sich, wofür und vor allem , für wen?

Nun haben wir – eine Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedensten Bereichen einen besseren, kostengünstigeren und ökologischeren Vorschlag:

Da in Nürnberg im letzten Jahr ein großes Atelierserben stattgefunden hat, (NN 22.10.: Ateliersterben – Hohfederstr. – NN 25.10. – Projekt 31 musste auch aufgegeben werden), benötigen Nürnberger Kulturschaffende dringend Ateliers .Deshalb bitten wir die Stadt Nürnberg und den Bürgerverein, sich nochmals mit diesem Projekt zu befassen, aus folgenden Gründen:

  1. Da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, kann es funktionsgenau umgebaut werden. Evtl. kann der Südanbau terrassiert werden (wie in den Gebäuden der Lindengasse gegenüber). Die Planung könnte man in Absprache mit den Beteiligten z. B. als Masterarbeit mit Studierenden der FH Ohm „Umbau eines Fabrikgebäudes in ein Kulturhaus“ realisieren Natürlich unter Berücksichtigung der Biodiversität: Brutmöglichkeiten an der Westfassade für Höhlenbrüter, Fledermäuse etc. unter Mithilfe vom LBV.
  1. Wenn man den Abriss unter der Berücksichtigung einer Ökobilanz sieht, ist es widersinnig, ein Gebäude abzureißen, das teilweise in Eigenregie (unter fachlicher Beratung) von den Künstlerinnen und Künstlern selbst renoviert und umgebaut werden kann. (Bildhauer sind idR auch und gute Handwerker). Ein Atelier ist kein Wohngebäude sondern eine Betriebsstätte, somit sind andere Standards zu berücksichtigen. Die Stadt kann nach dem Umbau auch noch Mieteinnahmen generieren!
  1. Man könnte auch für Kitas und Senioren in einigen Räumen Kurse und Seminare anbieten, im Sommer auch im Freien, so dass ein Künstlergarten und Begegnungsort für jung und alt mit Biodiversität in Johannis entsteht, der dann das ganze Jahr für Begegnungen offen ist und für alle Menschen im Viertel, und in dem auch Kinder spielen dürfen, ganz im Gegensatz zu den bestehenden Gärten, in denen spielende Kinder nicht erwünscht sind!

Dies ist nur ein kleiner Teil der Ideen für die Gestaltung des Gebäudes.

Alles weitere müsste in einem Gesprächskreis der Verantwortlichen mit den Interessierten stattfinden.

Elisabeth Mouzaoui und Sigurd Vogel, die Initatoren im Gespräch, aus dem Fernsehbeitrag von Norbert Goldhammer

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