Expertenrunde

Am Dienstag den 12. April fand ein sog. Expertenhearing zum Thema statt.

Es sollte ein Bürgerdialog werden, mit einem Gremium aus den Bereichen historische Gartengestaltung, Geschichte und Kultur. Anwesend auf dem Podium waren ein Vertreter des Bürgervereines, zwei Landschaftsarchitekten und ein Vertreter der Tourismuszentrale. Die Stadtheimatpflegerin und die Gartenhistorikerin waren beide wegen Krankheit verhindert.

Es sollte ein offene Diskussion werden. Einige Tage vorher wurde angekündigt, dass die Veranstaltung ausschließlich online stattfinden wird und keine Bürger vor Ort dabei sein können.

Interessanterweise saßen dann aber doch Bürger im Publikum und konnten mitdiskutieren. Was auffiel war die Einigkeit mit den Experten, durch die sich jeder einzelne Redebeitrag auszeichnete. Nicht eine einzige Wortmeldung hatte einen kritischen Inhalt oder auch nur die Frage zu den Kosten etc.

Schön, wenn es so viel Einigkeit in einer Stadtgesellschaft gibt 😉

aber gut, Ironie beiseite, der Bürgerverein hatte geladen, der Bürgerverein wurde gleich mit eingeladen.

Immerhin konnte man als „Normalbürger“ online Fragen zum Thema stellen, die dann zum Teil auch beantwortet wurden.

Hier noch eine kleine Zusammenfassung der immerhin zweistündigen Veranstaltung.

Zu Anfang wurden die Hintergründe der barocken Gartenanlagen thematisiert, warum man die Gärten so gestaltet hatte, die historischen Hintergründe erörtert. Für Historiker sehr interessant. Inwieweit diese Hintergründe für die aktuelle Situation relevant sind wurde nicht erörtert, darum ging es vermutlich auch gar nicht.

Dann kamen Teilnehmer aus dem Publikum zu Wort, die einhellig die wunderschöne Gestaltung der Gärten lobte, zwischen durch wurden online gestellte Fragen beantwortet.

Z.B. die Frage nach den Öffnungszeiten. Aktuell sind die Gärten 5 Monate geschlossen, was mit „Winterruhe“ begründet wurde.

Ein Teilnehmer lieferte ein tatsächlich interessantes Detail: die Hallerwiese ist die wohl älteste öffentliche Grünanlage Europas.

Er betonte, wie großartig es sei, dass Johannis eine öffentliche Wiese sowie gestaltete Parkanlagen habe.

Soviel zum Thema „fehlendes Grün in Johannis“ das aber nur am Rande.

Natürlich kam auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Abrisses auf, die auf dem Podium zwar kurz gestreift m.E. aber nicht annähernd zufriedenstellend beantwortet wurde:

Der Vertrag setzt voraus das hier eine Grünfläche entsteht. Die Frage stellt sich: ist auch der Abriss vertraglich festgelegt oder wird einfach von der Stadt vorausgesetzt, dass Grünfläche nur mit Abriss einhergehen kann?

Zitat „…es macht Sinn das Gebäude wegzunehmen“ (Warum eigentlich dieser Euphemismus für Abriss?)

Also ist es eine Abwägung, keine zwingende Voraussetzung. Und die Stadt „wolle“ sich an den Flächennutzungsplan halten. Das impliziert, dass es auch hier Spielraum gibt.

Die online mehrfach gestellte Frage nach den Kosten dieses Projekts wurde weder angesprochen noch beantwortet.

Hier sind die online gestellten Fragen aufgelistet, ebenso der Link zur Aufzeichnung der Veranstaltung als Zusammenschnitt (am besten auf Youtube ansehen, da kann man die Geschwindigkeit einstellen) 😉

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